| Die koptische Kirche bilde den Ursprung des Mönchtums überhaupt und habe für viele Jahrhunderte ganz in der Isolation gelebt. Diese habe dazu geführt, dass alte Schätze und Traditionen aus den Anfängen des Christentums bewahrt worden seien. "Wir gehen mit unserem Erbe nicht lasch um," so der Bischof. Die koptische Kirche sei eine Märtyrerkirche, die innerhalb der vergangenen 1500 Jahre ihres Bestehens zwei Millionen Opfer gefordert habe. Das Erstaunliche aber sei, dass sich weltweit Menschen dem koptischen Glauben zuwenden. Wiewohl Ökumeniker und mit den grossen Weltreligionen auf Dialog bedacht, der nicht auf den anderen herabsieht, sondern von ihm lernt, fand er deutliche Worte dafür, in welcher dramatischen Lage sich die Christen aktuell in Ägypten befinden. Weil die Scharia einzige Gesetzesgrundlage sei, lebten die Christen weitestgehend ungeschützt, würden diskriminiert oder zwangskonvertiert. Der ehemalige Mediziner und Facharzt beschloss mit 37 Jahren Diener der koptischen Kirche zu werden und betreibt nun ein koptisch-orthodoxes Kloster in Höxter, in das er die Studenten des tsc herzlich einlud. Er ermutigte sie, sich besonders auch in Europa für das Christentum stark zu machen. "Überlegen Sie: Hier in Deutschland leben 20 Mio ohne Konfessionszugehörigkeit! Und wenn ich Sie so vor mir sitzen sehe, sage ich mir: Die Mission hat doch Zukunft!" |